Lesebeitrag / 22.03.2022

Angesichts rasant gestiegener Energiepreise fordert baden-württembergische Wirtschaft rasche Entlastung von Unternehmen und Konsumenten

Wolf und Dick: „Massiver Kostenanstieg droht Firmen quer durch alle Branchen in existenzgefährdende Lage zu bringen, wenn nicht schnell gehandelt wird“

Stuttgart – Angesichts der rasant gestiegenen Energiepreise drängt die baden-württembergische Wirtschaft die Politik zu einer raschen Entlastung von Unternehmen und Konsumenten. „Der massive Kostenanstieg droht Firmen quer durch alle Branchen in eine existenzgefährdende Lage zu bringen, wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird“, sagten Wolfgang Wolf und Peer-Michael Dick, die beiden Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Dienstag in Stuttgart. „Jetzt ist pragmatisches Handeln gefragt, damit nicht Hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr geraten“, erklärten die beiden.

Die geplante vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage sei ein erster richtiger Schritt, sagte Wolf, er gleiche aber lediglich einen Bruchteil der höheren Stromkosten aus. „Die Bundesregierung muss nun schnellstmöglich auch die Energie- und Stromsteuern auf den EU-rechtlichen Mindestsatz reduzieren und die Unternehmen bei den Netzentgelten entlasten“, forderte er. Auch ein Absenken der Mehrwertsteuer bei Energieprodukten auf sieben Prozent sei ein möglicher Weg.

„Der Weg über eine Senkung der Steuern auf Energie hätte den Vorteil, für eine direkte Entlastung der Unternehmen und Bürger zu sorgen“, sagte Dick. Zudem würden damit auch die derzeit hohen Inflationsraten etwas abgesenkt und das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale gemindert, bemerkte er. „Denkbar wäre auch eine Entlastung durch die vom Institut der deutschen Wirtschaft vorgeschlagene negative Unternehmensteuer, womit die geleisteten Steuervorauszahlungen für 2021 reduziert würden.“