Barta: „Die GDL will ihre Maximalforderung brachial durchsetzen und dabei die Bahn und ihre Kunden maximal schädigen. Das ist unverantwortlich“
Die baden-württembergische Wirtschaft hat die erneute Streikankündigung der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert. „Die GDL scheint nur ein Ergebnis zu akzeptieren, bei dem ihre Maximalforderung erfüllt wird“, sagte Oliver Barta, Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Montag in Stuttgart: „Tarifpolitik erfordert jedoch Kompromissbereitschaft. Die GDL macht aber genau das Gegenteil, indem sie versucht, ihre Partikularinteressen ohne Abstriche brachial durchzusetzen. Das beschädigt die Tarifautonomie.“
Skandalös sei auch das Vorhaben der GDL, weitere Streiks künftig nicht mehr mit Vorlauf anzukündigen. Damit gehe für Bahnreisende, aber auch für Unternehmen, die ihre Güter per Schiene transportieren, jegliche Planbarkeit verloren, kritisierte Barta: „Wenn GDL-Chef Wesselsky öffentlich frohlockt, dass die Eisenbahn dann kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr ist, wird deutlich, worauf er wirklich hinauswill: Die Bahn und ihre Kunden maximal zu schädigen. Die langfristigen Folgen scheinen die GDL nicht mehr zu interessieren. Das ist unverantwortlich.“ Die kurzfristigen wirtschaftlichen Schäden durch die erneuten Bahnstreiks seien erheblich, die langfristigen unabsehbar, warnte der UBW-Hauptgeschäftsführer: „Wenn auf die Bahn kein Verlass mehr ist, werden sich mehr und mehr Kunden von ihr abwenden. Den Schaden, der dadurch angerichtet wird, werden auch die Beschäftigten zu spüren bekommen, die jetzt den Betrieb lahmlegen.“
Barta forderte die GDL erneut dazu auf, schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren: „Denn nur dort werden Lösungen gefunden.“ An die streikenden Gewerkschaftsmitglieder appellierte er, eine interne Diskussion über realistische Ziele ihres Arbeitskampfes zu beginnen: „Beschäftigte, die für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, genießen zunächst meist eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit. Diese Sympathien hat die GDL mit ihrem Frontalangriff auf die Bahnkunden inzwischen weitgehend verspielt.“

