22. Januar 2024

Baden-württembergische Wirtschaft kritisiert neuen GDL-Streik als weder sozialpartnerschaftlich noch verantwortungsvoll

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Barta: Durch Ausdehnung des Streiks drohen noch umfangreichere Beeinträchtigungen und Schäden

Die baden-württembergische Wirtschaft hat die erneute Streikankündigung der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert. „Trotz neuer Angebote und weitreichender Zugeständnisse der Deutschen Bahn will die GDL nicht einmal verhandeln, sondern zettelt auf dem Rücken von Pendlern und Unternehmen den nächsten Streik an“, sagte Oliver Barta, Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Montag in Stuttgart: „Das ist weder sozialpartnerschaftlich noch verantwortungsvoll.“

Unverständnis zeigte Barta nicht nur für die kompromisslose Haltung der Gewerkschaft, sondern auch für deren Kernanliegen einer kürzeren Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich: „Schon heute fallen bundesweit Tag für Tag reihenweise Züge wegen Personalmangels aus. Dem mit der Forderung nach kürzeren Arbeitszeiten zu begegnen, ist unklug und unverantwortlich.“

Angesichts der Ausdehnung des Streiks auf nunmehr sechs Tage seien noch größere Beeinträchtigungen für die Bahn-Reisenden und umfangreichere Schäden für die Wirtschaft als beim ersten Streik in der zweiten Januarwoche zu erwarten, sagte der UBW-Hauptgeschäftsführer: „In einer Zeit, in der wir uns ohnehin um die wirtschaftliche Entwicklung und um den sozialen Frieden in unserem Land Sorgen machen müssen, legt die GDL hier zusätzlich Feuer an die Lunte. Das ist sehr bedenklich.“

Offensichtlich verbreite sich in Teilen der Gesellschaft die Auffassung, man müsse nur lautstark und brachial genug protestieren und Widerstand aufbauen, um seine Forderungen durchzudrücken, kritisierte Barta: „Sozial- und Tarifpartnerschaft funktioniert aber nur mit der Bereitschaft zum Kompromiss.“ Ob diese Bereitschaft bei der GDL und ihrem Vorsitzenden Herrn Weselsky noch vorhanden sei, daran bestünden inzwischen jedoch berechtigte Zweifel. „Notfalls müssen noch einmal Gerichte darüber befinden, ob dieser Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Stil sich noch im gesetzlichen Rahmen von Tarifauseinandersetzungen bewegt“, sagte Barta.

Volker Steinmaier | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

Volker Steinmaier

Referatsleiter Medienarbeit Print, Rundfunk und TV

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