Lesebeitrag / 13.10.2021

Dringender Bedarf für mehr Investitionen in frühkindliche Bildungssysteme

Küpper: „Gute und bedarfsgerechte KiTa-Versorgung gelingt nur mit ausreichender Zahl an Fachkräften“

Stuttgart – Die baden-württembergische Wirtschaft sieht einen dringenden Bedarf im Land, mehr in den Ausbau der frühkindlichen Bildungssysteme zu investieren. „Gerade Investitionen in die frühkindliche Bildung haben eine enorme volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Rendite“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt des Dachverbands Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Mittwoch in Stuttgart: „Deshalb ist die Studie der Erziehungsgewerkschaft VBE zum verschärften Fachkräftemangel an unseren KiTas ein erneutes Alarmsignal, das den dringenden politischen Handlungsbedarf aufzeigt.“


Laut der VBE-Studie geben mehr als zwei Drittel (70%) der Befragten an, dass es noch schwieriger geworden ist, offene Stellen mit passenden Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Fast die Hälfte (48%) der Befragten berichtet, dass die Träger heute Personal einstellen, das von der Qualifikation nur bedingt auf die Stellen passt und das daher auch vor Jahren gar nicht eingestellt worden wäre. „Eine qualitätsgesicherte und bedarfsgerechte KiTa-Versorgung in Baden-Württemberg kann aber nur gelingen, wenn eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Fachkräften aus den Erziehungsberufen zur Verfügung steht“, sagte Küpper.


Der Fachkräftemangel in den Erziehungsberufen drohe sonst, zu einer Qualitätsverwässerung in der frühkindlichen Bildung zu führen. „Wir brauchen daher hier dringend mehr Ausbildungskapazitäten und eine pädagogische Nachqualifizierung von Quereinsteigern“, so der UBW-Vertreter: „Denn auch in Zeiten des Haushaltsvorbehalts gilt: Eine qualitätsgesicherte frühkindliche Bildung sichert die Zukunftsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg und die Bildungs- und Teilhabechancen junger Menschen.“