Lesebeitrag / 05.07.2022

Es ist hoch alarmierend, dass der Fachkräfte-Radar in allen Szenarien von einem eklatanten Mangel an Fachkräften in den Erziehungsberufen in Baden-Württemberg ausgeht    

Küpper: „So wird das Land dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter nicht gerecht werden“

Stuttgart – Die Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) halten den im „Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2022“ der Bertelsmann-Stiftung prognostizierten Mangel an Fachkräften in den Erziehungsberufen im Südwesten für hoch alarmierend. „Die Bertelsmann-Stiftung geht in allen Szenarien von einem eklatanten Mangel an Fachkräften in den Erziehungsberufen in Baden-Württemberg aus“, sagte Stefan Küpper, UBW-Geschäftsführer für Politik, Bildung und Arbeitsmarkt, am Dienstag in Stuttgart. „Nach den Prognosen fehlen im Südwesten bis zu 12.000 Fachkräfte für die Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder bis 2030. So wird das Land dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter nicht gerecht werden.“

Die bereits erfolgte Erhöhung der Ausbildungskapazitäten für Erzieherinnen und Erzieher in Baden-Württemberg ist laut dem Fachkräfte-Radar bei weitem nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken, bemerkte Küpper: „Wir brauchen noch mehr Ausbildungskapazitäten sowie gleichzeitig eine pädagogische Nachqualifizierung von Quereinsteigern und eine stärkere Rekrutierung von Erziehungspersonal im Ausland.“ Zudem müsse das Land mit einer Imagekampagne für die Erziehungsberufe werben.

Eine bedarfsgerechte Ganztagsbetreuung sei der Schlüssel für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, unterstrich der UBW-Geschäftsführer: „Ein ausreichendes Ganztagsangebot ist zudem ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte für den Standort Baden-Württemberg. Hier drohen wir gegenüber den anderen Bundesländern ins Hintertreffen zu geraten.“