Lesebeitrag / 31.05.2022

Konjunkturaussichten verdunkeln sich zunehmend. Frühindikator für weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts sinkt erstmals in diesem Jahr

Wolf und Dick: „Unternehmen stehen angesichts großflächiger Lockdowns in China und weltweiter Schiffsstaus vor weiterer Verschärfung der gravierenden Lieferprobleme“

Stuttgart – Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist im Mai saisonbedingt weiter gesunken. „Die Konjunkturaussichten verdunkeln sich allerdings zunehmend. Die Wirtschaftsforschungsinstitute senken ihre Prognosen für das laufende Jahr reihenweise signifikant“, sagten Peer-Michael Dick und Wolfgang Wolf, die beiden Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Dienstag in Stuttgart. Auch das vielbeachtete Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sei im Mai erstmals seit Jahresbeginn wieder gesunken. Das IAB habe dabei auf große Risiken hinsichtlich einer möglichen geopolitischen Ausweitung des Ukrainekriegs oder eines weitgehenden Energie-Lieferstopps verwiesen. „Zudem stehen die Unternehmen im Südwesten angesichts großflächiger Lockdowns in China und weltweiter Schiffsstaus vor einer weiteren Verschärfung der gravierenden Lieferprobleme“, warnten Dick und Wolf.

Angesichts dieser widrigen Bedingungen dürfe es nun von Seiten der Politik keine weiteren Belastungen für die Unternehmen geben, unterstrich Dick: „Vielmehr muss der Bürokratieabbau endlich beherzt angegangen werden. Auch die angekündigte Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben wurden.“ Gleichzeitig müssten nun auch die steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen priorisiert werden, forderte Wolf: „Wir brauchen zügig die von der Ampel-Koalition versprochene ‚Superabschreibung‘, um der Wirtschaft mehr Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung zu ermöglichen.“