20. Oktober 2026

Baden-württembergische Wirtschaft begrüßt die Einrichtung der Task Force Netzausbaubeschleunigung

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Bürkle: „Die Verfügbarkeit von Netzanschlüssen wird zunehmend zu einer entscheidenden Standortfrage“

Die baden-württembergische Wirtschaft begrüßt die Einrichtung der Task Force Netzausbaubeschleunigung durch die Landesregierung. „Seit Langem drängen wir auf mehr Tempo beim Ausbau unserer Stromnetze. Mit der neuen Task Force setzt die Landesregierung an einer entscheidenden Stelle an“, sagte der Präsident der Unternehmer Baden-Württemberg, Thomas Bürkle, am Dienstag in Stuttgart. „Ein leistungsfähiges Stromnetz ist eine Grundvoraussetzung für die Energiewende und die Transformation unserer Wirtschaft.“

Die Verfügbarkeit von Netzanschlüssen werde zunehmend zu einer entscheidenden Standortfrage, betonte Bürkle. „Unternehmen, die ihre Produktion elektrifizieren, ihre Standorte modernisieren oder hier investieren wollen, brauchen die Gewissheit, dass die dafür notwendige Netzinfrastruktur rechtzeitig zur Verfügung steht. Ein leistungsfähiges Stromnetz ist deshalb nicht nur Voraussetzung für die Energiewende, sondern auch für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts.“

Entscheidend sei nun, die bestehenden Hemmnisse konsequent abzubauen. „Die Landesregierung hat angekündigt, die Zeiten von zehn auf fünf Jahre zu halbieren. Wir nehmen sie beim Wort. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Beschleunigung auch in der Praxis ankommt“, betonte der UBW-Präsident. „Wir brauchen einfachere Verfahren, schnellere Entscheidungen und eine frühzeitige Sicherung der notwendigen Flächen. Technische Machbarkeit und industrielle Umsetzbarkeit müssen von Anfang an mitgedacht werden.“

Zugleich müsse der Netzausbau von Anfang an ganzheitlich angegangen werden, machte Bürkle deutlich. „Es geht nicht allein um zusätzliche Leitungen, sondern um ein leistungsfähiges, in sich stabiles und krisenfestes Energiesystem.“ Der Ausbau der erneuerbaren Energien, der Stromnetze und der Speicher müsse besser aufeinander abgestimmt werden.

Auch bei der Vergabe bestehender knapper Netzanschlusskapazitäten sieht der UBW-Präsident Handlungsbedarf. „Wir brauchen transparente Kriterien, die insbesondere die Projektreife, die Standortgebundenheit und die industrielle Bedeutung berücksichtigen. Gerade für die Transformation wichtiger Industriestandorte müssen ausreichende Netzkapazitäten verfügbar sein.“

Die Transformation der Wirtschaft dürfe aber nicht auf die Elektrifizierung verengt werden, sagte Bürkle. „Erdgas bleibt für viele industrielle Prozesse auf absehbare Zeit unverzichtbar. Deshalb müssen die bestehenden Gasnetze so lange nutzbar bleiben, bis es wirtschaftlich tragfähige Alternativen gibt. Wir brauchen einen bedarfsgerechten Ausbau der Wasserstoffnetze und der notwendigen Infrastruktur für Transport, Nutzung und Speicherung von CO₂.“

Thomas Widder | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

Thomas Widder

Pressereferent

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