Bürkle: „In Zeiten globaler Unsicherheit ist das Abkommen ein starkes Signal für einen freien, fairen und regelbasierten Handel“
Die baden-württembergische Wirtschaft begrüßt die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zum Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur. „In Zeiten globaler Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung der Märkte ist das Abkommen ein starkes Signal für einen freien, fairen und regelbasierten Handel,“ erklärte der Präsident der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), Thomas Bürkle, am Freitag in Stuttgart.
„Für das exportstarke Baden-Württemberg ist das Abkommen von herausragender Bedeutung“, sagte Bürkle. Durch den Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren entstehe ein großer, verlässlicher Wirtschaftsraum mit über 700 Millionen Menschen, der rund 20 Prozent der Weltwirtschaft und mehr als 30 Prozent der globalen Exporte abdeckt. „Besonders profitieren dürften Schlüsselbranchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie und Elektrotechnik. In den Mercosur-Staaten besteht ein erheblicher Modernisierungsbedarf.“
Zugleich stärke der Handelspakt Europas strategische Handlungsfähigkeit, erklärte der UBW-Präsident. „Er hilft, Lieferketten zu diversifizieren, Abhängigkeiten zu verringern und Europas Position gegenüber anderen Weltregionen – insbesondere gegenüber China und den USA – zu festigen.“ Dabei gehe es nicht nur um zusätzliche Absatzmöglichkeiten. „Das Abkommen eröffnet unseren industriellen Kernbranchen die Chance auf eng vernetzte Wertschöpfungsketten, technologische Kooperationen und diskriminierungsfreien Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium und Kupfer – unverzichtbar für Energiewende, Batterieproduktion und Zukunftstechnologien“, so Bürkle.
Der Mercosur-Pakt müsse der Auftakt für eine deutlich aktivere europäische Handelspolitik sein, unterstrich der UBW-Präsident: „Die EU ist gefordert, ihren starken Binnenmarkt konsequent mit einer ambitionierten Außenwirtschaftsstrategie zu verbinden.“ Dazu gehörten neue Handelsabkommen, die Modernisierung bestehender Verträge sowie der Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse. „Gerade in Zeiten globaler Machtverschiebungen muss Europa seine Handlungsfähigkeit sichtbar unter Beweis stellen. Das ist auch ein wichtiges Signal an weitere Partner, mit denen seit Jahren verhandelt wird – etwa die Staaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) und Indien. Nur wenn Europa sein Netzwerk an verlässlichen Partnerschaften konsequent erweitert, können unsere Unternehmen ihre Innovationskraft weltweit entfalten.“


