Bürkle: „Insbesondere Schlüsselbranchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie werden von dem Handelsabkommen profitieren“
Die baden-württembergische Wirtschaft begrüßt den Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Australien. „Das ist ein deutliches Signal für offenen, regelbasierten Handel und verlässliche Partnerschaften“, erklärte der Präsident der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), Thomas Bürkle, am Dienstag in Stuttgart. „Gerade unter wachsendem geopolitischem Druck beweist Europa damit Handlungsfähigkeit. Nach den jüngsten Abkommen mit Mercosur und Indien ist das ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr handelspolitischer Unabhängigkeit und resilienteren Lieferketten.“
Bürkle betonte, dass der Wegfall von mehr als 99 Prozent der Zölle im Handel mit Australien – kombiniert mit vereinfachten Standards und weniger Bürokratie – die Exportbedingungen für baden-württembergische Unternehmen deutlich verbessern wird.
„Insbesondere Schlüsselbranchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie werden von dem Handelsabkommen profitieren, darunter viele mittelständische Hidden Champions“, so der UBW-Präsident. „Auch der erleichterte Zugang zu öffentlichen Aufträgen eröffnet zusätzliche Marktchancen – nicht zuletzt für kleinere und mittlere Unternehmen.“
Mit Blick auf die strategische Dimension hob Bürkle die Bedeutung des Abkommens für die Versorgungssicherheit hervor. „Australien ist ein zentraler Lieferant kritischer Rohstoffe wie Lithium und seltene Erden, die wir für Zukunftstechnologien dringend brauchen“, erklärte er. „Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten stärkt das unsere Lieferketten und reduziert einseitige Abhängigkeiten.“
Nun komme es auf Geschwindigkeit und Verlässlichkeit an, unterstrich der UBW-Präsident: „Das Abkommen muss zügig umgesetzt werden – Verzögerungen wie beim Mercosur-Abkommen dürfen sich nicht wiederholen.“ Zugleich forderte er, den Kurs konsequent fortzusetzen: „Europa muss das Tempo bei neuen Handelsabkommen hochhalten und sein Netzwerk verlässlicher Partner gezielt ausbauen. Nur so sichern wir langfristig Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Wohlstand.“


