Küpper: „Eine bloße konjunkturelle Stabilisierung wird nicht genügen, um den Arbeitsmarkt in der Industrie wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen“
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Oktober gesunken. Rechnet man die jahreszeitlich bedingten Effekte heraus, ist die Arbeitslosigkeit jedoch leicht gestiegen. „Die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt fällt bislang relativ schwach aus. Besonders bedenklich ist, dass die hohen Arbeitskosten gerade die Industrie immer stärker unter Druck setzen und dort eine wachsende Zahl an Arbeitsplätzen dauerhaft verloren geht“, sagte Stefan Küpper, UBW-Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik, am Freitag in Stuttgart. „Allein die Metall- und Elektroindustrie hat seit dem Höchststand 2019 rund 350.000 Arbeitsplätze verloren, davon knapp 95.000 in Baden-Württemberg“, so der Arbeitsmarktexperte.
„Eine bloße konjunkturelle Stabilisierung wird nicht genügen, um den Arbeitsmarkt in der Industrie wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen. Nur wenn unser Standort international wettbewerbsfähig ist, werden Entscheidungen für Investitionen und Arbeitsplätze wieder zugunsten Deutschlands und Baden-Württembergs ausfallen“, sagte Küpper, der auch Mitglied der UBW-Hauptgeschäftsführung ist.
Deutschland habe sich zu lange auf vergangenen Erfolgen ausgeruht. „Heute haben wir eine der höchsten Abgaben- und Steuerlasten weltweit. Hohe Energiekosten und überbordende Bürokratie setzen unsere Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich unter Druck. Wer glaubt, dass unser Wohlstand ohne mutige Reformen gesichert werden kann, irrt gewaltig. Dazu müssen alle ihre Hausaufgaben machen.“
Als besonders alarmierend bezeichnete Küpper den anhaltenden Anstieg der Lohnzusatzkosten. „Arbeit in unserem Land ist schon heute viel zu teuer. Wer Beschäftigung sichern und den Standort stärken will, muss die Ausgabendynamik in den Sozialversicherungssystemen endlich in den Griff bekommen.“


