Küpper: „Wer Arbeitsplätze im Land sichern will, muss die Lohnzusatzkosten nachhaltig senken“
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Dezember gestiegen. Im Gesamtjahr 2025 wurde die höchste jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit seit 2006 verzeichnet. „Diese Zahlen sind keine Folge einer vorübergehenden konjunkturellen Schwächephase, sondern einer tiefen strukturellen Krise unseres Landes“, erklärte Stefan Küpper, UBW-Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik, am Mittwoch in Stuttgart. „Gerade für ein exportorientiertes Bundesland wie Baden-Württemberg hat der zunehmende Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gravierende Folgen“, warnte Küpper, der auch Mitglied der UBW-Hauptgeschäftsführung ist.
Besonders kritisch bewertet der Arbeitsmarktexperte den ungebremsten Anstieg der Lohnzusatzkosten. „Unser Land liegt bei den Arbeitskosten seit Jahren im europäischen Spitzenfeld, und weitere Erhöhungen der Sozialabgaben zeichnen sich bereits ab. Das setzt Beschäftigung und Investitionen gleichermaßen unter Druck“, so Küpper. Nötig sei daher dringend eine wirksame Abgabenbremse. „Wer Arbeitsplätze im Land sichern will, muss die Lohnzusatzkosten nachhaltig senken. Und wer die Lohnzusatzkosten senken will, braucht den Mut zu echten strukturellen Reformen.“
Die von der Bundesregierung eingesetzten Kommissionen zur Reform der Sozialversicherungen müssten deshalb die Ausgabenprioritäten grundsätzlich neu ordnen, Effizienzreserven heben und die Systeme konsequent auf ihre Kernaufgaben zurückführen, forderte Küpper: „Die Sozialversicherungen sind in ihrer heutigen Ausgestaltung schlicht nicht demografiefest. Die Lage wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der ‚Babyboomer‘ zunehmend aus dem Arbeitsprozess ausscheiden. Deshalb muss die Reform der sozialen Sicherungssysteme jetzt mit höchster Priorität und Entschlossenheit angegangen werden.“


