24. September 2026

EEG-Novelle setzt wichtige Impulse – beim Windkraftausbau im Süden besteht aber noch weiterer Handlungsbedarf

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Wenniges: „Die Verfügbarkeit von ausreichend grünem und bezahlbarem Strom entscheidet maßgeblich darüber, ob industrielle Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze weiterhin in Baden-Württemberg gehalten werden können“

Anlässlich der heutigen ersten Lesung der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) im Bundestag fordert die baden-württembergische Wirtschaft die Abgeordneten auf, die vorgesehenen Maßnahmen für einen stärkeren Windkraftausbau in Süddeutschland nachzubessern. „Der Gesetzentwurf geht insgesamt in die richtige Richtung, bleibt aber hinter dem zurück, was für einen verlässlich stärkeren Windkraftausbau im Süden notwendig ist“, sagte Tim Wenniges, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Donnerstag in Stuttgart.

Das Gesetzesprojekt verbessert das sogenannte Referenzertragsmodell, das unterschiedliche Windbedingungen zwischen den Regionen ausgleicht. Künftig sollen Standorte im Süden gegenüber windstärkeren Regionen in Norddeutschland stärker begünstigt werden. „Nicht vorgesehen ist allerdings ein zusätzliches eigenes Ausschreibungssegment oder eine feste Ausschreibungsmenge für den Süden, für die wir uns schon seit längerem stark machen“, kritisierte Wenniges. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern (LEE Bayern) haben die Notwendigkeit von Südausschreibungen jüngst mit einer gutachterlichen Stellungnahme untermauert.

„Der Bundestag sollte die Grundrichtung des Gesetzentwurfs jetzt konsequent weiterentwickeln. Das verbesserte Referenzertragsmodell ist ein wichtiger Baustein. Aber erst ein eigenes Ausschreibungssegment für den Süden – also eine Südquote – würde daraus einen belastbaren Ansatz für mehr Windkraft bei uns machen“, erklärte Wenniges. „Bislang kommen bei Windkraftausschreibungen überwiegend Projekte aus Norddeutschland zum Zuge. Das benachteiligt die industriellen Zentren im Süden erheblich und gefährdet auf Dauer sowohl die Versorgungssicherheit als auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts“, warnte er.

Für die Betriebe in Baden-Württemberg ist der schnelle und verlässliche Ausbau der erneuerbaren Energien längst zu einer strategischen Standortfrage geworden. „Die Verfügbarkeit von ausreichend grünem und bezahlbarem Strom entscheidet maßgeblich darüber, ob industrielle Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze künftig weiterhin im Süden gehalten werden können“, machte Wenniges deutlich.

Gemeinsam mit weiteren Verbänden und Institutionen haben sich die UBW für Sonderausschreibungen ausgesprochen. In Baden-Württemberg und Bayern bestehen bis 2030 erhebliche Windstromlücken von rund 10 Gigawatt. Eine gezieltere regionale Steuerung kann dazu beitragen, diese Lücken schneller zu schließen, Netzengpässe zu verringern und die Systemkosten insgesamt zu senken.

Thomas Widder | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

Thomas Widder

Pressereferent

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Tim Wenniges

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer