Geiger: „Die Finanzierung der Kraftwerksstrategie über eine Umlage auf den Strompreis sehen wir mit großer Sorge. Das lehnen wir klar ab“
Zur heutigen ersten Beratung des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG) im Deutschen Bundestag erklärt Manuel Geiger, Mitglied der UBW-Hauptgeschäftsführung:
„Das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft wichtige Voraussetzungen für ein verlässliches Stromsystem auch in Zeiten, in denen Wind- und Solarenergie nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Der geplante Aufbau neuer Kraftwerkskapazitäten ist dringend notwendig, um die Stromversorgung dauerhaft abzusichern und unseren Wirtschaftsstandort mit Blick auf die Energieversorgung zukunftsfest aufzustellen.
Für die baden-württembergische Wirtschaft ist entscheidend, dass die neuen Kapazitäten systemdienlich dort entstehen, wo sie das Stromsystem am besten stützen – im industriestarken Süden Deutschlands. Der im Gesetz vorgesehene Südbonus ist dafür der richtige Ansatz: Eine Aufteilung von zwei Dritteln im Süden und einem Drittel im Norden stärkt die Netzstabilität, reduziert Engpässe und senkt die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten. Entscheidend wird sein, dass diese regionale Steuerung in der Umsetzung verbindlich greift.
Die Kosten der derzeitigen Netzengpässe zeigen den Handlungsdruck deutlich. Im vergangenen Jahr haben Redispatch-Maßnahmen Kosten in Höhe von über drei Milliarden Euro verursacht. Das ist nicht länger akzeptabel. Regional richtig platzierte neue Kraftwerke – zusammen mit einem synchron zum Netzausbau vorangetriebenen Ausbau erneuerbarer Energien – sind ein zentraler Hebel, um diese Ineffizienzen dauerhaft zu reduzieren.
Mit großer Sorge sehen wir aber die ab dem Jahr 2031 vorgesehene Finanzierung der Kraftwerksstrategie über eine Umlage auf den Strompreis. Eine zusätzliche Belastung des Stromverbrauchs würde den kurzfristigen Anstrengungen zur Senkung der Energiekosten direkt entgegenlaufen. Die Finanzierung neuer Kapazitäten darf nicht zulasten von Wirtschaft und privaten Verbrauchern erfolgen. Eine Umlage auf den Strompreis lehnen wir daher klar ab.“


