Küpper: „Das ist eine bittere Nachricht für den Wirtschafts- und Industriestandort Baden-Württemberg“
Die Unternehmer Baden-Württemberg blicken mit großer Sorge auf die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie. „Die neuesten PISA-Befunde sind eine bittere Nachricht für den Wirtschafts- und Industriestandort Baden-Württemberg, kommen aber auch nicht völlig überraschend“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik bei den Unternehmern Baden-Württemberg (UBW), am Dienstag in Stuttgart.
„Der Reformeifer nach dem ersten PISA-Schock von vor 25 Jahren war schnell vorbei, als sich in der Folge erste Besserungen zeigten“, kritisierte Küpper, der auch Mitglied der UBW-Hautgeschäftsführung ist. Für den Bildungserfolg eher irrelevante Themen, wie zum Beispiel die Rückkehr zu G9, hätten schnell wieder die Oberhand gewonnen.
„Seit gut zehn Jahren zeigt sich ein beunruhigender Negativtrend bei den Basiskompetenzen und der Bildungsgerechtigkeit“, konstatierte der UBW-Experte. „Die Kombination aus demografischem Wandel und einem weiter wachsenden Anteil an Schülerinnen und Schülern, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen, stellt eine gefährliche Kombination dar, die das Fundament unserer Fachkräftesicherung mehr und mehr ins Wanken bringt.“ Das zeige sich auch daran, dass Übergänge in Ausbildung in vielen Fällen nicht mehr gelängen und zahlreiche Studienplätze – vor allem in den für den Standort so wichtigen MINT-Fächern – unbesetzt blieben.
„Die Bildungspolitik darf aber jetzt nicht den Fehler machen und aktionistisch die nächsten Haken schlagen. Die jüngst in Baden-Württemberg eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkung der frühkindlichen Bildung, der Sprachförderung und der datengeschützten Schulentwicklung sind richtig, sie müssen jetzt nur tatsächlich in der Fläche, verbindlich und qualitätsgesichert umgesetzt werden“, forderte Küpper. „Wir brauchen weniger Pilotprojekte und Schulversuche, wir brauchen mehr evidenzbasierte Schul- und Qualitätsentwicklung.“


