30. September 2026

Schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial entwickelt sich zunehmend zur Wachstumsbremse

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Küpper: „Deutschland braucht mehr qualifizierte Einwanderung – rechtspopulistische Abschottungs- und Remigrationskonzepte gehen völlig in die Irre“

Die Arbeitslosigkeit ist in Baden-Württemberg im September saisonüblich zurückgegangen. Gleichzeitig verschärft die demografische Entwicklung den Mangel an Arbeits- und Fachkräften. „Mit dem schrumpfenden Erwerbspersonenpotenzial werden auch die Wachstumsmöglichkeiten unserer Volkswirtschaft zunehmend kleiner“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Mittwoch in Stuttgart. Darauf weisen auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer jüngsten Gemeinschaftsdiagnose klar hin. In einigen Teilen Deutschlands ist das bereits deutlich spürbare Realität.

„Wenn schon geringe Wachstumsraten künftig ausreichen, um die vorhandenen Kapazitäten auszulasten, ist das kein Zeichen wirtschaftlicher Stärke. Es zeigt, dass unsere Möglichkeiten, zu wachsen, kleiner werden“, erklärte Küpper, der auch Mitglied der UBW-Hauptgeschäftsführung ist.

Umso wichtiger bleiben qualifizierte Zuwanderung und eine überzeugende Integrationsstrategie. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatte im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel der abhängig Beschäftigten in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte. In zahlreichen Engpassberufen liegt der Anteil deutlich höher. „Dies zeigt eindrücklich, dass rechtspopulistische Konzepte einer Abschottung oder gar breit angelegten Remigration völlig in die Irre gehen – ganz abgesehen davon, dass sie unserem Verständnis von Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und einer offenen Gesellschaft komplett zuwiderlaufen“, erklärte Küpper. „Wir brauchen mehr Menschen, die hier arbeiten und sich einbringen wollen – nicht weniger.“

Deutschland und Baden-Württemberg müssten im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver werden, forderte der Arbeitsmarktexperte. Dazu gehörten schnellere Anerkennungsverfahren für ausländische Qualifikationen, weniger Bürokratie und eine offene Haltung gegenüber Zuwanderern. „Qualifizierte Fachkräfte können wählen, wo sie arbeiten und leben wollen. Wir stehen hier im Wettbewerb mit anderen starken Wirtschaftsnationen. Wer diese Menschen gewinnen will, braucht schnelle Verfahren, funktionierende Integrationskonzepte und eine glaubwürdige Willkommenskultur“, machte Küpper deutlich.

Thomas Widder | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

Thomas Widder

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Stefan Küpper | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

Stefan Küpper

Mitglied der Hauptgeschäftsführung