31. März 2026

UBW: Die Arbeitsmarktdynamik bleibt im März weiter schwach. In der Industrie sehen wir einen besorgniserregenden Stellenabbau

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Küpper: „Wir müssen aufpassen, dass uns in den Betrieben nicht die notwendigen Ausbildungs- und Qualifizierungsstrukturen verloren gehen“

Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist im März zwar saisonbedingt gesunken. Eine echte Trendwende ist jedoch weiterhin nicht in Sicht. „Die Dynamik am Arbeitsmarkt bleibt schwach – und besonders in der Industrie sehen wir einen besorgniserregenden Stellenabbau“, erklärte Stefan Küpper, Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Dienstag in Stuttgart.

„Unsere Industrie steht unter massivem Druck. Der grundlegende strukturelle Wandel wird durch anhaltende geo- und handelspolitische Verwerfungen zusätzlich verschärft“, erklärte Küpper, der auch Mitglied der UBW-Hauptgeschäftsführung ist. „Die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs – von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen bis hin zu neuen Störungen der Lieferketten – sind derzeit kaum kalkulierbar. Das schafft zusätzliche Unsicherheit für Unternehmen und Beschäftigte.“

Auch die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt geben keinen Anlass zur Entwarnung, so Küpper: „Das Arbeitsmarktbarometer des IAB – des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit – ist im März bereits den vierten Monat in Folge gesunken.“

Der Arbeitsmarktexperte machte deutlich, dass die aktuellen Entwicklungen den Blick auf die langfristige Herausforderung des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels nicht verstellen dürfen: „Es wäre fatal, wenn wir mit Blick auf diese langfristige Entwicklung die Fachkräftebasis in der aktuellen Situation verlieren und funktionierende Ausbildungs- und Qualifizierungsstrukturen beschädigt werden.“

Vor diesem Hintergrund plädierte Küpper für eine strategisch ausgerichtete Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspolitik: „Jetzt kommt es darauf an, die Anpassungsfähigkeit zu stärken und berufliche Übergänge aktiv zu gestalten. Arbeitsmarktinstrumente müssen gezielt auf die Bedürfnisse qualifizierter Fach- und Führungskräfte ausgerichtet und konsequent weiterentwickelt werden.“ Um die Strukturen der dualen Ausbildung zu sichern, seien moderne Berufsbilder, Kosteneffizienz und größere Flexibilität unerlässlich.

Abschließend richtete Küpper einen klaren Appell an die Politik: „Die Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung muss oberste Priorität haben. Ohne spürbare Entlastungen bei den Standortkosten und ohne echten Bürokratieabbau werden wir weiter an Boden verlieren. Angekündigte Reformen müssen jetzt endlich umgesetzt werden – schnell und konsequent.“

Thomas Widder | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

Thomas Widder

Pressereferent

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Stefan Küpper | UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V.

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