Lesebeitrag / 20.10.2022

UBW: Mangel an Betreuungsplätzen in Baden-Württemberg weiterhin besorgniserregend

Küpper: „Brauchen dringend konzertierte Aktion, um Fachkräftemangel im Erziehungsbereich entgegenzutreten“

STUTTGART – Der Mangel an Betreuungsplätzen in den baden-württembergischen Kindertagesstätten ist weiterhin besorgniserregend. „Im kommenden Jahr fehlen laut dem Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung rund 58.000 Kita-Plätze im Südwesten. Wir brauchen hier dringend eine konzertierte Aktion in Baden-Württemberg, um dem Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegenzutreten“, sagte der bei den Unternehmern Baden-Württemberg (UBW) für Politik, Bildung und Arbeitsmarkt zuständige Geschäftsführer Stefan Küpper am Donnerstag in Stuttgart.

Dabei erkenne man ausdrücklich den flächendeckenden Ausbau der Angebote und die vielfältigen Initiativen von Land, Kommunen und Trägern im Kita-Bereich an. „Mit dem Fachkräftemangel in den Erziehungsberufen stoßen wir aber jetzt an die Grenzen der notwendigen Kapazitätserweiterung“, erklärte Küpper. „Nötig sind deshalb noch mehr Ausbildungskapazitäten, eine konsequente pädagogische Nachqualifizierung von Quereinsteigern sowie eine stärkere Fachkräfterekrutierung im Ausland.“ Zudem sollte mit einer Imagekampagne für die Erziehungsberufe geworben werden, empfahl er.

„Eine bedarfsgerechte Kita-Versorgung ist der Schlüssel für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Letzteres würde es beiden Elternteilen erlauben, schneller wieder in Vollzeit zu arbeiten und wäre ein wichtiger Baustein, um dem wachsenden Arbeitskräftemangel im Land zu begegnen“, unterstrich der UBW-Geschäftsführer. Die Unterversorgung mit Kita-Plätzen sei auch ein Nachteil im Wettbewerb mit anderen Bundesländern um die besten Fachkräfte.