Lesebeitrag / 14.11.2022

UBW sprechen sich anlässlich Asien-Pazifik-Konferenz für Abschlüsse von ehrgeizigen Handelsabkommen aus  

Dick: „Wir müssen unsere Lieferketten stärker diversifizieren, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden – auch hinsichtlich China“

STUTTGART – Die baden-württembergischen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sprechen sich anlässlich der Asien-Pazifik-Konferenz in Singapur für Abschlüsse von ehrgeizigen Handelsabkommen mit den Ländern in der Region aus. „Der Asien-Pazifik-Raum ist eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt und ein wichtiger Wachstumsmarkt für die exportorientierte baden-württembergische Wirtschaft“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dachverbands Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), Peer-Michael Dick, am Montag in Stuttgart. „Klar ist: Wir müssen unsere Lieferketten und Exportmärkte stärker diversifizieren, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden und Klumpenrisiken abzubauen – auch hinsichtlich China“, erklärte er. Dies sei eine der Lehren aus der kritischen Situation, die mit dem Ukrainekrieg entstanden ist.

Problematisch seien beispielsweise importseitige Abhängigkeiten von China bei kritischen Gütern, etwa bei Seltenen Erden, Rohstoffen wie Magnesium sowie Solarmodulen. Hier sei man im geopolitischen Konfliktfall möglicherweise erpressbar, bemerkte Dick: „Diversifizierung ist deshalb eindeutig das Gebot der Stunde. Beschaffung und Absatzmärkte müssen auf mehrere Beine gestellt werden. Dies ist aber keine Abwendung von China. China wird auch in Zukunft eine sehr wichtige Rolle für unseren Außenhandel spielen.“

Die Politik in Deutschland und der EU müsse bei der Erschließung neuer Märkte und der Gewinnung neuer Handelspartner jetzt ebenso konsequent handeln wie sie dies bei der Sicherung der Energieversorgung tut, forderte der UBW-Hauptgeschäftsführer. „Breit aufgestellte globale Wertschöpfungsnetzwerke sind für die deutsche und baden-württembergische Wirtschaft unverzichtbar“, betonte er. Die sich ändernden Rahmenbedingungen im internationalen Handel dürften aber nicht zu einer Abschottung von Märkten führen.