Veranstaltungs-Rückblicke

    Praxisnahe KI-Lösungen für den Mittelstand

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    Bei der exklusiven Veranstaltung „Mittelstand meets KI: Künstliche Intelligenz in die Anwendung bringen“ in Kooperation mit der D11Z. Ventures GmbH & Co. KG  zeigte sich, wie groß das Interesse und der Bedarf des Mittelstands an praxisnahen KI‑Lösungen ist. In den Räumlichkeiten der ZIEHL-ABEGG SE in Künzelsau machte Dr. Christoph Flöthmann, Co-Founder & CPO von akirolabs, deutlich, dass sich KI bereits zum Standard entwickelt und notwendig ist, um einen Wettbewerbsvorteil waren zu können. Mittelständische Unternehmen hätten zwar viel Interesse an KI, jedoch würden Pilotprojekte häufig ohne Wirkung bleiben und es bestünde Angst von Risiken und Kontrollverlust. Zudem würden KMUs primär bestehende KI-Produkte anwenden und selten eigene KI-Anwendungen entwickeln. Die Herausforderung sei dabei nicht die Technologie, sondern eine bessere Struktur aus Eigenverantwortung, Prozessintegration und Messung. Typische sofort umsetzbare Anwendungen, wären beispielsweise Kundenservice, Angebots-Erstellung, Reporting-Kommentare oder Meeting-Briefings.

    Im Anschluss präsentierten mehrere Startups ihre spezifischen Lösungen für mittelständische Unternehmen. Unter der Moderation von Tom Villinger von D11Z. stellten die Start-ups CERPRO, Traplinked, akirolabs, S2data und clockin Anwendungen vor. Die Pitches zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig das KI‑Ökosystem bereits ist und welche Mehrwerte Startu-ups für etablierte Betriebe liefern können.

    Am Nachmittag rückte die Perspektive stärker auf Rahmenbedingungen und Umsetzungspfade. Jana Strattner, Head of Partner Management beim IPAI, betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung eines funktionierenden Innovationsökosystems. Der Vorsprung der USA und Chinas sowie die starke Diversifizierung der KI-Wertschöpfungskette mache die Zusammenarbeit so wichtig. Das entstehende IPAI in Heilbronn sieht sich dabei als One-Stop-Shop für Kollaboration und Transformation, der bereits einige Unternehmen, Universitäten und Institute unter einem Dach vereint.

    Parallel dazu beleuchtete Philipp Merkel, Geschäftsführer Arbeitsrecht bei Unternehmer Baden‑Württemberg, die regulatorische Dimension des KI‑Einsatzes. Er machte deutlich, dass die Einführung von KI‑Systemen immer auch den Rechtsrahmen, das Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis und den Betriebsrat berührt. Wichtig in der KI-Verordnung sei unter anderem die eigene korrekte Einordnung in die Risiko-Klassifizierung. Auch ist bei Nutzung der personenbezogenen Daten für Training und Nutzung der KI zeitgleich die DSGVO zu berücksichtigen. Zudem kommt bzgl. eines Verbots oder einer Pflicht zur Nutzung eines KI-Tools das Weisungsrecht ins Spiel.

    Die anschließende Podiumsdiskussion führte die zuvor gesetzten Impulse zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Dr. Christoph Flöthmann, Jana Strattner, Philipp Merkel und Dr. Andreas Wolf, Geschäftsführer der robomotion GmbH und UBW-Gesamtvorstandsmitglied, diskutierten, wie mittelständische Unternehmen den Sprung vom Pilotprojekt hin zu messbarem wirtschaftlichem Mehrwert schaffen können. Ein gemeinsamer Tenor war, dass erfolgreiche KI‑Implementierungen klare Zielsetzungen und eine pragmatische Bewertung des Mehrwerts erfordern. Es wurde zudem betont, dass mit den verfügbaren Industriedaten in Deutschland, eine gute Grundlage gegeben ist, um industrielle KI-Anwendungen zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Startups kann zudem ein schneller Weg sein, um eine passgenaue KI-Anwendung im Unternehmen einzuführen.

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