Lesebeitrag / 02.03.2022

Weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts ungewiss. Putins Krieg gegen die Ukraine stellt im Moment alles in Frage

Dick und Wolf: „Wirtschaft unterstützt Sanktionen gegen Russland. Unser aller Priorität liegt darauf, ein rasches Ende der kriegerischen Handlungen herbeizuführen und Menschenleben zu retten. Gleichzeitig muss sich die Politik auch Gedanken machen, wie sie die heimische Wirtschaft in der aktuellen Lage entlasten kann“

Stuttgart – Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist im Februar weiter gesunken. „Die weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts ist angesichts der aktuell großen Unwägbarkeiten aber ungewiss. Putins Krieg gegen die Ukraine stellt im Moment alles in Frage“, sagten Peer-Michael Dick und Wolfgang Wolf, die beiden Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Mittwoch in Stuttgart. „Unser aller Priorität liegt darauf, ein rasches Ende der kriegerischen Handlungen herbeizuführen und Menschenleben zu retten. Deshalb unterstützt die baden-württembergische Wirtschaft die Sanktionen gegen Russland. Gleichzeitig muss sich die Politik auch Gedanken machen, wie sie die heimische Wirtschaft in der aktuellen Lage entlasten kann“, erklärten die beiden Hauptgeschäftsführer.

So entwickelten sich neben den anhaltenden Lieferkettenproblemen die stark steigenden Energiepreise sowie die wachsenden Engpässe bei Rohstoffen, insbesondere bei Industriemetallen, immer mehr zu einem Problem für die baden-württembergische Wirtschaft, sagte Wolf: „Die vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage war ein erster richtiger Schritt, um dem Strompreis-Anstieg zu begegnen. Aber er reicht nicht aus. Die Bundesregierung muss dringend auch die Netzentgelte reduzieren und die Strom- und Gassteuer auf den europäischen Mindestsatz absenken.“ Zudem müssten die steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen beherzter angegangen werden, forderte Dick: „Wir brauchen nun zügig die angekündigte Superabschreibung, um der Wirtschaft mehr Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung zu ermöglichen.“